Dieser Text ist in etwa im März 2000 entstanden, als die ganze Geschichte, um die es darin geht, noch ansatzweise romantisch und ned NUR chaotisch war... ein Teil 2, der von Ende bis Jetzt gehen würde, wäre, nun... nein, das will ich der geneigten Leserschaft nicht wirklich zumuten. Abgründe der menschlichen Seele haben wir nun weiß Goth alle genug. Die Namen sind alle gekürzt, sollten sich aber für die Hobbydetektive unter Euch mit Hilfe der infos im Text und meiner Linkliste zu ganzen Personen vervollständigen lassen, viel Spaß :)
Es war Anfang Dezember, als sich acht junge Männer (von außen könnte man auch "Computerspacken" sagen) anschickten, sich für drei Wochen in ein Ferienhaus in Dänemark einzuschließen, um an etwas zu arbeiten, das sie "die Weltherrschaft" nannten und das am 29.12 ebenfalls in Dänemark Früchte tragen sollte. Dies hat eigentlich nichts mit der Geschichte zu tun, es begab sich aber, daß einer dieser acht gar hübsch anzusehenden Jünglinge, der im schönen Städtchen Oldenburg lebte, am Abend des Mittwochs vor der Abreise noch einmal in sein schwarzes Stammlokal, das auf den Namen "Metro" hörte, zu gehen. Als er dort eintraf, sah er eine Vierergruppe von schwarzen Gestalten, die er noch nie zuvor gesehen hatte und in dieser Gruppe eine ziemlich bis verdammt süße Frau. "Whoa" dachten er und seine Hormone sich, aber als kontaktscheuer Mensch, der er nun ist, ging er einfach weiter die Treppe hoch in das dazugehörige Café, um sich wie jede Woche seinem Tee und seinem Stammkreis zu widmen.
Nun kam aber etwas später am Abend ein Mensch namens D. oder "Firestarter" (weil er so aussieht)
zu ihm. D. war bei allen nur als "die Kennenlernmaschine" berüchtigt, weil er nicht nur jeden
bereitwillig kennenlernte, der/die ihm über den Weg lief, sondern auch alle bei ihm stehenden
Personen unbarmherzig in den Kennenlernprozeß mit hineinzog. Dieser Dirk ging also zum Protagonisten
dieser Handlung... ich glaub, es ist Zeit, vom Er- auf den Ich-Erzähler zu wechseln... also D. kam
zu mir und sagte "komm mal mit runter, da sind Leute, die Dich kennenlernen wollen". "Ah ja",
antwortete ich und folgte ihm. Zwanzig Sekunden später saß ich also bei dieser Vierergruppe von
Leuten. Da war C., groß, einigermaßen korpulent und definitiv die "Anführerin" der Gruppe; S.,
ein wenig verlottert dreinschauend, aber irgendwie sympathisch-weltfremd; V., die schon beschriebene
sehr gutaussehende Frau, die mich auch vom ersten Moment an ziemlich anstrahlte und O.,
ein eigentlich recht sympathischer Mensch, der aber leider, als er V.'s fröhliches Gesicht sah,
seinen eigenen Gesichtsausdruck in meine Richtung in etwas änderte, aus dem man einfach nur die
Worte "Geh. Jetzt." ablesen konnte.
Es stellte sich nach einiger Zeit heraus, daß diese vier Leute der Kern einer
Vampire-Liverollenspielgruppe waren, den aberwitzigen Plan hatten, einen Film
mit dieser Thematik zu drehen und noch jemanden, der sich um Filmmusik und Tontechnik kümmerte,
brauchten. Da einigermaßen bekannt ist, daß ich so was an sich ganz gut kann, kam D.
gleich auf mich, und wir haben uns dann auch gut ausgetauscht an dem Abend.
Den Donnerstag danach schob ich erst einmal all dies wieder beiseite, denn schließlich wollte ich
mit ein paar befreundeten Leuten nach Dänemark und drei Wochen am Rechner durcharbeiten. Was
nicht ganz funktionierte, weil SIE (also V.) mir so alle paar Stunden ungefragt in den Sinn kam und
mich in meiner Konzentration doch ganz gut störte.
Egal, das Projekt Weltherrschaft wurde wie geplant durchgezogen und war ein voller Erfolg, die
folgende Sylvesterparty war ein ziemlicher Drogenexzess und so war es schon ein paar Tage in den
Januar hinein, als ich mich wieder komplett erholt, und - siehe da, es war zufällig Mittwoch - wieder
mal ins Metro begeben hab.
Da waren sie wieder alle vier (v.a. SIE), begrüßten mich fröhlich und überredeten mich irgendwie im Laufe des Abends, am nächsten Samstag bei ihrer Runde eine NSC-Rolle zu übernehmen. So stand ich da also am Samstag im Foyer unserer Uni (das die Gruppe gemietet hatte), hatte absolut nicht den geringsten Plan, was ich hier tun sollte. C. nahm mich zur Seite, erklärte mir fix das Regelwerk und sagte mir, daß ich ein Mitarbeiter der Inquisition sei, der etwas von vampirischem Vorkommen in Oldenburg (das an diesem Abend auf die Größe des Unifoyers geschrumpft war) gehört hatte und dem nachgehen sollte. Dies tat ich mit Hilfe zweier Mitarbeiter und einer Zeugin auch eine "Woche" lang... und jedesmal, als ich einen ZENTIMETER vor der Lösung war, kam irgendwas dazwischen und alle Nachforschungen waren für die Katz'. So etwas kann verdammt frustrierend sein, vor allem, wenn man als Spieler seinen eigenen Lebensfrust ein wenig in die Rolle legt - und dementsprechend frustriert war ich. Ich wanderte dann des nachts ziellos durch die "Stadt", kurz davor, mein Leben, meinen Job und alles hinzuschmeißen und traf ZUFÄLLIG auf diese junge "Studentin" (gespielt von IHR), die mich spontan ansprach und in ein "Café" einlud. Dort saßen wir dann "Stunden" und unterhielten uns, bis ich plötzlich von einem Anruf aufgeschreckt wurde, gegangen bin... und fast von ein paar Vampirspacken in eine Falle geführt worden wäre, hätte mich diese "Studentin" nicht im letzten Moment noch wieder abgefangen.
Sie fragte, ob ich sie nicht noch zu ihr nach "hause" begleiten wollte, ich bejahte, weil diese andere Aufgabe (die mich in mein Verderben geführt hätte) eh so klein und unwichtig erschien... und so landeten wir in ihrer "Wohnung". SIE sagte plötzlich "Timeout mal eben", rief die Spielleitung zu sich und ich hörte folgenden Dialog:
V: "Äh, wie ist das, werden Verführungsversuche eigentlich ausgespielt?"
S: "Hm... wir sind hier alle über 18, oder?"
V: "ok!"
... sie kam zurück, fing an, mich vorsichtig zu massieren, mir ziemlich nette Dinge ins Ohr zu hauchen und in dem Moment hatte ich Mühe, mir die ganze Zeit den Satz "DAS IST NICHT REAL!" vor Augen zu halten, v.a. als sie anfing, langsam an meinem Ohr zu knabbern und sich vorsichtig in Richtung Hals vorzuarbeiten.
Dann starb ich.
Fünf Minuten, nachdem ich die Vampirwerdung wirklich in allen Details, die ich noch aus
"Interview mit einem Vampir" kannte, durchgespielt hab, mußte ICH erst einmal Outtime einlegen,
mich aufs Klo verziehen und zehn Minuten still ausharren, bis mein Gehirn die Realität wieder
als solche begriffen und akzeptiert hatte.
Es ist interessant, wie sehr so ein Abend bei einem hängenbleiben kann - meine Traumwelt drehte
sich komplett um Vampire, die Gruppe und vor allem SIE, und es war vor allem interessant, von der
Sonne geweckt zu werden, laut aufzuschreien, sich die Decke über den Kopf zu ziehen und erst,
nachdem man zwei Minuten lang nicht zu Asche geworden ist, zu merken, daß man wohl doch eher ein
lebender Mensch als irgendwas Untotes ist.
Nach diesem etwas nervenaufreibenden Wochenende verbrachten wir mit dem Chaotenhaufen einiges an Abenden in Discos, auf Sessions usw. Ich lernte sie alle besser kennen, sie mich auch und mir fiel vor allem auf, wie kaputt und verstrickt das ganze doch war:
O., den ich aufgrund seiner nicht zu übersehenden Eifersucht zuerst für IHREN Freund gehalten hatte, war es gar nicht. Nein, eigentlich hatte er selbst eine Freundin und SIE hatte auch eigentlich einen Freund, die beiden mochten sich aber anscheinend trotzdem recht gerne und konnten auch ned wirklich die Finger voneinander lassen. C. war augenscheinlich eine mit psychischen Problemen und Komplexen überhäufte Frau und versuchte, das damit zu überspielen, daß sie bei allen anderen rumtherapierte und -verkuppelte. Besonders ein Abend (eine Geburtagsparty eines Freundes) war da äußerst seltsam. O. und SIE hingen die ganze zeit Arm in Arm herum, während C. sich mich als Kuschelobjekt ausgesucht hat und S. etwas einsam, aber amüsiert danebensaß (irgendwie auch seine Lieblingsbeschäftigung). Als diese Party zuende waren, sind wir alle noch zu IHR zu ner Nach-Session, S. war relativ flott weg und so teilten sich O. und SIE das Bett und C. und ich ein Sofa. C. ist dann mitten in der Nacht auch noch weg (aus persönlichen Gründen) und so waren wir nur noch zu dritt.
Ich weiß auch jetzt noch nicht, wie es genau ist, wenn einem das passiert, aber es war zumindest interessant, von seltsamen Geräuschen aufzuwachen, still liegenzubleiben und zu beobachten, wie zwei Leute in drei Meter Entfernung die ganze Zeit krampfhaft versuchten, so leise wie möglich zu sein, aber gewisses Geraschel und die Unfähigkeit beider Personen, ihren Atemrhythmus in gewissen Situationen unter Kontrolle zu halten, doch so EINIGES verraten. Zumindest war ich hin- und hergerissen zwischen stiller Beobachtung und einfach aufstehen, Licht anschalten und "Laßt das, ich will pennen" rufen. Letztendlich war still beobachten dann doch besser.
Am nächsten Freitag nach einer Party in Emden (tiefstes Ostfriesland) war dann wieder so eine Session bei ihr, diesmal waren die Restbestände allerdings nur C., SIE und ich, und der ganze Abend und die Nacht und eigentlich auch das Frühstück liefen ohne besondere Vorkommnisse ab... bis C. plötzlich eine Fotokamera, vier Filme, Handschellen und Ketten aus ihrer Tasche zog und meinte "Ich will jetzt Fotos machen".
Und das tat sie. Sie drapierte SIE und mich in definitiv, äh, interessante Konstellationen und verschoß nach und nach die kompletten 96 Bilder mit uns als Motiv. Am Anfang waren wir beide noch ein wenig steif, aber spätestens beim dritten Film fühlten wir uns in unseren Rollen richtig wohl und in genau diesem Moment schaffte ich es NICHT mehr, mir die ganze Zeit krampfhaft "DAS IST NICHT REAL" vorzustellen, sondern gab mich der Situation ziemlich hin.
Danach war ich dann psychisch und emotional ziemlich durch. Ich hielt mich noch ca. ne Viertelstunde an meiner Teetasse fest (interessant, wie man sich an Dingen festhalten kann, die nirgendwo befestigt sind, aber es ging wunderbar) und beschloß dann zu fliehen. Jacke und Schuhe an, Brille auf, und ...
... IHRE liebe Stimme fragte "He, was hast du heute noch vor?"
"Äh *schluck* ich wollte mich eigentlich mit nen paar Freundinnen heute abend im Irish Pub treffen.". Das war die Wahrheit,. fühlte sich aber trotzdem irgendwie wie eine Ausrede an. Irgendwie.
"Schade, dann muß ich mich heute wohl langweilen."
Oh Leben, warum tust du mir sowas an. WARUM? Na gut... "He, komm doch einfach mit!"
"Mal sehen, vielleicht"
Ich schloß schnellstmöglich die Tür hinter mir, ging raus und mir fiel zum ersten mal seit nem Jahr auf, wie genial doch eigentlich so ein Tag mit Sonne, Himmel, Bäumen und Menschen und dem ganzen Kram ist. Und mir fiel auf: Junge, du hast mal wieder ein Problem.
Der Tag war zermürbend. Ich war zu nichts zustande, hing in einer embryonal zusammengekauerten Haltung in meinem Sessel herum, sah Fernsehen, spielte die ganze Zeit gedankenverloren an meinen Haaren rum und zappte bei jeder kleinsten Andeutung einer Liebesszene sofort irgendwoanders hin, weil ich es einfach nicht aushielt. Spätestens, wenn einen "Dumm und Dümmer" emotional überfordert, weiß man, daß man verliebt ist. Oder so.
Natürlich war SIE an dem Abend im Irish Pub dann da. Und trotz meiner Gefühlswelt schien es ein eigentlich ganz amüsanter Abend zu werden, bis, ja, bis SIE fragte "wollen wir mal ne Runde spazierengehen?". "Gerne" hörte ich mich selbst sagen und so liefen wir miteinander redend große Kreise um die Oldenburger Innenstadt herum, bis wir an dem Punkt ankamen, der ihrem Zuhause am nächsten war. Sie meinte dann so etwas wie "Ich will dann auch mal nach Hause" (*zwinker, zwinker*), und ne Minute später kam das Gespräch dann noch mal auf die Photosession am Nachmittag. Und in diesem Kontext sagte ich dann etwas wie "Irgendwie ist das gemein... dieser Nachmittag hat mir ziemlich kraß gezeigt, was ich die letzten 1.5 Jahre so verpaßt hab".
Sie sah mich nur mit diesen unglaublich tiefen Augen an und meinte "Ich kann ja so gemein sein und das fortführen".
In diesem Moment fing alles in mir an zu rotieren. Das kann sie doch nicht machen, sie hat immerhin einen Freund. Gut, SO monogam ist sie ja nicht, wie du weißt... und eigentlich willst du das jetzt auch. Aber andererseits, verdammt, das geht zu schnell. Egal. Gehirn, laß dir einen Spruch einfallen. JETZT. (Zoom auf Tammo Homer Simpsons Gehirn) ... Mein Mund: "Ich kann ja so gemein sein, darauf einzugehen" (linke Gehirnhälfte: "guuuuuut!" rechte: "D'OH!") Dann: Eine Minute gegenseitiges Ansehen und Schweigen. In diesem Moment packte mich diese verheerende Mischung aus Vernunft und Feigheit, ich sagte "Später, ok?", knuddelte sie noch mal und wir gingen getrennte Wege... und 10 Sekunden später hüpfte mein Herz nach oben und erwürgte mein Gehirn.
Den Rest dieses völlig verhunzten Abends durfte die arme T. (eine meiner Freundinnen) dann mein Gejammere über diese völlig idiotische Entscheidung ertragen. Naja, sie redet noch mit mir, sie hats anscheinend überlebt.
Dann passierte erst mal ne Weile nichts wirklich wichtiges. Das "Leben" ging weiter, alle schrieben Klausuren, wenig Zeit zum Nachdenken oder sich mit IHRER Anwesenheit zu quälen, viel Arbeit und trotzdem Langeweile, nen paar interessante Konzerte, Parties und der ganze Rest. Menschliche Existenz halt.
Bis dann wir alle wieder einigermaßen Zeit hatten, es wieder Samstag abend war, sich wieder alle zum Rollenspiel (ich hab meinen NSC einfach zum kompletten Charakter ausgebaut, bot sich ja an) trafen, Spaß hatten und ich danach zur Rabenschwarzen Nacht ins Tivoli in Bremen wollte. Da sagte C. dann plötzlich, daß sie mitwollte und nach einigen logistischen Problemen und Hin- und Hergeschiebe von Autos, Personen und Latexschwertern waren wir auch soweit. Den Abend hab ich dann hauptsächlich mit #zillo-Leuten (Dirtylady, Berzerk, Iramon und der ganze Rest) verbracht, mich auf der Tanzfläche von Lisbeth und Hesione verarschen lassen (die mich aber nicht mal kannten und SEHR peinlich berührt waren, als ich ihnen dann am nächsten Tag erzählte, wer ich sei) und hatte meinen Spaß... bis ich dann C. zu Hause absetzen wollte und mir auffiel, daß sie wirklich ernsthafte Probleme zu haben schien, mich gehen zu lassen. Und prompt rief am nächsten Nachmittag dann auch S. (der danebenstehende Beobachter, wie gesagt) an und meinte, daß da wohl jemand ein ernsthaftes Gefühlsproblem mit mir hätte. Super. Nicht, daß es nicht irgendwie schmeicheln würde, wenn sich Frauen in einen verlieben, auch wenn man von ihnen nichts will, nur bringt es einen in Verlegenheit und ist doch sehr unangenehm, wenn man diese Person mag. Jeder weiß, wie verdammt weh ein "Nein" in diesem Fall tun kann und deswegen ist es auch alles andere als einfach, dieses "Nein" auszusprechen.
Die Verknüpfungen wurden also noch komplizierter. Nicht nur, daß SIE und O. langsam Probleme mit dem hatten, was sie füreinander waren, nein, wir bildeten auch noch lustige wer-will-wen-Ketten. Der folgende Mittwoch im Metro war auch ein wenig seltsam in der Hinsicht und wie es das Schicksal so wollte, landeten wir wieder nachher alle bei IHR (was liegt ihre Wohnung auch so zentral) - und dieses mal waren nur noch SIE und ich als letzte übrig.
Nach ner weiteren Stunde ziemlich interessanter Gespräche landeten wir auch gemütlichkeitshalber im selben Bett. Nicht, daß auch nur im geringsten was ablief, aber es ist schon ein so verdammt süßer Schmerz, wenn man aufwacht, die Augen öffnet, SIE direkt vor einem liegt und ihr Gesicht selbst in diesem extremen Close-Up, der schon so manches Gesicht seiner Ästhetik entledigt hat, noch so verdammt schön und begehrenswert aussah.
Nach dem Frühstück (um 14:00 wohlgemerkt) ging ich dann auch fürs erste nach Hause, um mir mal gemütlichere Klamotten als diese verdammte vollgeschwitzte Lackhose anzuziehen und ihr nen paar CDs zu brennen, legte mich zu den Klängen von Trent Reznor's exzellenter "The Fragile" auf mein Bett - und bemerkte, daß diese Frau die wohl verdammt perfekteste Kombination aus Aussehen, Intelligenz und Charakter besaß, die mir je über den Weg gelaufen ist. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, am Abend noch einmal bei ihr vorbeizusehen, NATÜRLICH nur um ihr die CDs in die Hand zu drücken. Nun ja.
Die tiefen und produktiven Gespräche der letzten Nacht gingen weiter und auch diesmal pennte ich bei und direkt neben ihr und fühlte mich viel zu wohl dabei. Nur gab es am darauffolgenden Morgen dann ein geringfügiges Problem. Bisher hatte ich mich immer mental mit "Du kennst ihren Freund nicht, also kann er Dir egal sein" gerettet, nur ging das ab diesem Morgen nicht mehr. Denn als SIE und ich gerade mit Frühstücken beschäftigt waren (sie noch im Schlafanzug, ich auch nur mit der Hälfte der Klamotten, mit denen ich hergekommen war), ging plötzlich die Tür auf und er trat herein.
Eigentlich, ja eigentlich mußte uns diese Situation ja nicht mal peinlich sein, aber sie sah halt irgendwie so aus. Zumindest sollte sie das aus seiner Perspektive. Das Seltsame war nur, daß er nichts gesagt und nicht mal seltsam geguckt hat, als er uns da so sitzen sah. Im Gegenteil. Fünf Minuten später waren wir alle in einer angeregten und interessanten Konversation beschäftigt und mir fiel leider auf, daß dieser Mann viel zu sympathisch ist, als daß ich ihm irgendwie weh tun könnte [Ed: An alle, die den Rest der Story kennen: MAUL. Meinungen ändern sich :)]. DANKE, LEBEN (wieder mal).
Aber das Chaos hat ja erst angefangen. Es war genau einen Monat nach der letzten Party in Emden und das hieß - D. aka Firestarter (welch Zufall) legte wieder einmal dort auf und wir ließen es uns alle (SIE, ihr Freund, C., O., S. und ich) nicht nehmen, dort hinzufahren. Nur leider verkam dieser Abend dann zum vollkommenen Psycho-Abend. Letztendlich hingen SIE und ihr Freund heulend ineinander, O. hing von Selbstzweifeln zerfressen in einer Ecke, C. von unglücklicher Liebe zerfressen in einer anderen, S. hing vergnügt am DJ-Pult herum und ich (der Probleme mit der einen hatte und das Problem der anderen war) verzog mich schnellstmöglich und wanderte durch die Stadt, von nichts weiter als meiner Stimme begleitet, die immer die gleichen Nine Inch Nails- und Apoptygma Berzerk-Stücke wieder und wieder abspulte und vermutlich halb Emden aus dem Schlaf riß. Nur war mir das SO egal...
Seitdem hab ich mich auch irgendwie ein wenig zurückgehalten. Ich bin am Wochenende nach Hamburg geflohen, war am Mittwoch nur kurz im Metro und bin das nächste (also das just vergangene) Wochenende nach Holland zu einer Computerparty gefahren, weil ich genau wußte, daß da nicht wirklich was an Frauenproblemen auf mich warten würde.
... und fühle mich im Moment so verdammt bereit, mich in eine neue Phase des Chaos zu stürzen. Es wäre schön, wenn ich wie immer mir denken könnte "Vergiß sie einfach"; aber diese Frau ist einfach zu sehr das, was ich immer gesucht habe, als daß ich diese winzige Chance, die ich vielleicht habe, ungenutzt vorbeistreichen lassen könnte. Es wird vermutlich unangenehm. Vermutlich wird das Wort "SEUFZ" auch die nächsten Monate in meinem Leben eine dominante Rolle einnehmen. Vielleicht verrenne ich mich da auch in irgendwas... [Ed: nööööööööö, du] aber ich war zu lange zu vorsichtig und es lohnt sich einfach zu sehr, um jetzt den "vernünftigen" Weg zu wählen...
... meiner Meinung nach.